Geschichte und Entwicklung der Hypnose


Der englische Augenarzt James Braid (1795 – 186

Der englische Augenarzt James Braid (1795 –  1860) war ebenfalls in ganz Europa berühmt. Ihm gelangen als Erstem schmerzfreie Augenoperationen – durch Hypnose. Er glaubte, dass Hypnose durch einen besonderen Schlafzustand der Gehirnzellen zustande komme. Auf ihn geht die Bezeichnung „Hypnose“ zurück, abgeleitet von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafs. Heute wissen wir, dass Hypnose nichts mit Schlaf zu tun hat. Dank der neuen Möglichkeit durch Hypnose konnte man damals nun erstmalig auch schmerzfreie Amputationen und Steinoperationen durchführen, wodurch sich der oft tödliche Operationsschock durch die Schmerzen vermeiden ließ. Als wenige Jahre später die ersten Narkosemittel entdeckt wurden, geriet Hypnose wieder in den Hintergrund.  

Der französische Apotheker und Psychotherapeut Emile Coué (1857 – 1926)

Der französische Apotheker und Psychotherapeut Emile Coué (1857 – 1926) erkannte als Erster, dass es bei der Hypnose entscheidend auf die Autosuggestion ankommt. Hypnose ist eigentlich Selbsthypnose. Die damalige Hypnose als ein rein suggestives Verfahren, bei welchem Befehle in das Unbewusste eingegeben wurden, vertrug sich allerdings nicht mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds (1856 – 1939). Unter seinem Einfluss verschwand deshalb Hypnose für lange Zeit aus der Psychotherapie.

Der Vater der modernen Hypnose

Als der Vater der modernen Hypnose gilt der legendäre amerikanische Psychiater Milton H. Erickson (1901 – 1980). Er wurde zwei Mal von Kinderlähmung heimgesucht und praktizierte täglich Selbsthypnose, um Schmerzen und Gebehinderungen zu bessern. Er verstand es, mit dem Unbewussten über Ja- und Nein-Signale zu kommunizieren. Das Unbewusste ist nämlich sehr kooperativ. Stellt man ihm in Hypnose eine Alternativfrage und bittet es, bei „Ja“ z. B. den rechten und bei „Nein“ den linken Zeigefinger anzuheben, dann antwortet es entsprechend. Moderne Hypnose verschafft dadurch einen manchmal geradezu verblüffend raschen Zugang zu dem Hintergrund von persönlichen Eigenarten oder Störungen, z. B. zu verdrängten Ereignissen aus der Kindheit. Für Erickson ist dabei das Unbewusste eine wohlwollende und weise Instanz, mit der man sehr persönlich kommunizieren kann. Dadurch lassen sich Probleme auf eine Art und Weise lösen, auf die der Verstand niemals hätte kommen können.


Nach 1980 wurden die neuen Ansätze Ericksons auch in Deutschland allmählich bekannt und fielen dabei auf einen sehr fruchtbaren Boden. Die hierzulande entwickelten hypnotischen Techniken gehören heute weltweit zu den effektivsten, auch sind auf der von Erickson geschaffenen Grundlage mehrere Hypnoseschulen entstanden. Von Götz Renartz stammt das Konzept  der Selbstorganisatorischen Hypnose, welche auch der Autor praktiziert. Es setzt am konsequentesten um, dass die Federführung einer Therapie beim Unbewussten der Person liegt. Das Unbewusste hat die Entstehung des Problems aufgezeichnet und kennt auch immer die Lösung. Nicht der Therapeut heilt. Dieser gibt dem Unbewussten
lediglich gezielte Anregungen, damit esauf seine ganz individuelle Art und Weise den Heilungsprozess in der Person in Gang setzen kann. Mit anderen Worten: Hypnose ist im Grunde geleitete Selbsttherapie.