Wissenschaftliche Anerkennung 2006


Im Jahre 2006 hat der Wissenschaftliche Beirat der Psychotherapie – ein Gremium mit Entscheidungsfunktion –  Hypnotherapie als ein eigenständiges, wissenschaftlich fundiertes Behandlungskonzept im Bereich Psychotherapie anerkannt. Im Vergleich zur Psychotherapie zeichnet sich Hypnotherapie durch besondere Effektivität aus und wird deshalb auch „Kurzzeittherapie“ genannt, d. h. die oft jahrelangen Verläufe bei konventioneller Psychotherapie können häufig wesentlich verkürzt werden.

Die neuen bildgebenden Verfahren vom Gehirn und Hypnose

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist eine Methode, bei welcher der Testperson eine leicht radioaktive Zuckerlösung injiziert wird, die dann durch den Blutfluss ins Gehirn transportiert wird. Zucker ist ein Brennstoff, den vor allem das Gehirn braucht. Die radioaktive Zuckerlösung wird sich also in jenen Gehirnarealen vermehrt anreichern, die besonders aktiv sind. Mit anderen Worten können wir nun anhand von technischen Bildern studieren, was sich im Gehirn während einer Hypnose abspielt: Es ist absolut nichts Mystisches, es sind auch keine „Einbildungen“. In Hypnose sind ganz bestimmte Gehirnstrukturen und Nervenbahnen aktiv. Sie unterscheiden sich von denjenigen, die im normalen Wach- oder
Schlafzustand tätig sind, und erklären auch dem Fachmann, warum man in Hypnose im Unterschied zum Traum innere Bilder bewusst wahrnehmen und steuern kann. Die PET zeigt auch auf, dass Hypnose zu Veränderungen im Gehirn führt, die sich messen lassen. In der Neurobiologie spricht man von „Plastizität“ des Gehirns oder von „neuronaler Plastizität“. Wenn das Gehirn lernt, bilden sich neue Nervenverbindungen (Synapsen) aus, dadurch verändert sich seine Struktur. So könnte man abschließend sagen, dass die Essenz von Hypnose darin besteht,  neues Lernen zu ermöglichen und es im Gehirn zu konsolidieren – durch Ausbildung neuer Synapsen. Es ist ein äußerst intelligentes Lernen, weil nicht gepaukt werden muss, sondern weil traumhaft leicht gelernt werden kann,  auch wenn es gelegentlich ein wenig Mut und Überwindung kostet.

Wann darf Hypnose nicht eingesetzt werden?

Bei akuten Psychosen (akute Wahnkrankheiten, z. B. bei Schizophrenie), bei allen Formen akuter Verwirrtheitszustände, wie z. B. unter Alkohohl- oder Drogeneinfluss.